Schlaftraining

Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland klagt über Ein- oder Durchschlafstörungen. Die häufigsten Folgen von Schlafstörungen sind Befindlichkeitsstörungen, einhergehend mit Tagesschläfrigkeit und Reizbarkeit, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Leistungseinschränkungen und verlängerte Reaktionszeiten. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit von Beschäftigten. Doch was können Arbeitgeber tun?

Hier gibt es zwei Stellschrauben - nämlich Verhältnis- und Verhaltensprävention:

 

Als erstes sollten Sie sich um gesunde Arbeitsbedingungen kümmern. Ergänzend können Sie Ihren Beschäftigten ein Schlaftraining anbieten. Hierbei handelt es sich um ein auf seine Wirksamkeit geprüftes Konzept von Specht, Spaude und Kaluza. Die dahinterliegende Idee: Schlechter Schlaf wurde gelernt. Und der Trost: Was man gelernt hat, kann man auch wieder verlernen. Insbesondere die Insomnie ist gut behandelbar. Vor allem psychologische Verfahren sind eine wirkungsvolle Alternative. 

Schlaftraining

Das Schlaftraining besteht aus fünf Sitzungen à 60 Minuten. Es kann in Gruppen (bis max. 8 Teilnehmende) oder einzeln durchgeführt werden. In der ersten Sitzung ist eine Reihe von Fragebögen auszufüllen, um exakt abzuklären, welche Schlafstörung mit welchem Schweregrad vorliegt. Nur bei Vorliegen einer Insomnie ist das Schlaftraining das geeignete Verfahren. Die Teilnehmenden lernen theoretische Hintergründe von normalem und gestörtem Schlaf kennen. Der Kern des Schlaftrainings sind die vier Schlafregeln:

  1. Verringern Sie die Zeit im Bett.
  2. Stehen Sie morgens unabhängig von der Schlafdauer zur gleichen Zeit auf.
  3. Gehen Sie nie zu Bett, wenn Sie nicht schläfrig sind.
  4. Nutzen Sie das Bett nur zum Schlafen.

Das hört sich einfach an. Doch wie so oft steckt das Problem in der Umsetzung im Alltag. Man muss mindestens sechs Wochen in die Umsetzung investieren. Deshalb erstreckt sich das Schlaftraining über einen Zeitraum von sechs Wochen. Denn: Veränderung des Schlafes braucht Zeit. Bei der Umsetzung der Schlafregeln ist anfangs mit erhöhter Müdigkeit zu rechnen. Das ist gewollt, denn dadurch steigt der Schlafdruck, wodurch wiederum die Schlafqualität verbessert wird.